Geringere Ausgabe von Agency-MBS im dritten Quartal prognostiziert
Die neuesten Daten zum dritten Quartal 2026 deuten darauf hin, dass die Emission institutioneller Agency Mortgage-Backed Securities (MBS) sowohl die Prognosen von BTIG als auch die Markterwartungen verfehlen wird. Parallel dazu verlagert sich das Kreditverhalten der Darlehensnehmer zunehmend hin zu Eigenkapitalfinanzierungen wie Home-Equity-Darlehen, während Verbriefungen von Home-Equity-Linien (HELOC) und Non-Qualified Mortgages (Non-QM) an Bedeutung gewinnen.
BTIG-Analyst Douglas Harter erwartet, dass die Emissionen im September auf dem Niveau von Juli und August verbleiben und somit das Gesamtvolumen der Agency-MBS für das dritte Quartal um 6 % unter der ursprünglichen BTIG-Prognose und 12 % unter dem Marktkonsens liegen wird. Auch die Gesamtprognose für das Quartal liegt 5 % unter dem Marktdurchschnitt. Die Mortgage Bankers Association meldete zudem einen Anstieg der 30-jährigen Festhypothekenzinsen um 6 Basispunkte auf 6,85 %.
Zugleich erreichte die 10-jährige US-Staatsanleihe am 9. September mit 4,86 % den höchsten Stand seit November 2023, angetrieben unter anderem durch einen Ölpreis über 100 US-Dollar pro Barrel. Trotz der Ausweitung des langfristigen Repurchase-Programms durch den US-Finanzbeamten Scott Bessent reagierte der Markt nur verhalten.
Unterschiedliche Entwicklung bei führenden Kreditgebern
Daten von BTIG zu den Emissionen führender Kreditgeber wie loanDepot, PennyMac Financial Services, Rithm, Rocket Companies und UWM Holdings zeigen ein Gesamtgenierungsvorhaben von etwa 134,6 Milliarden US-Dollar im Quartal. Dies liegt unter den 141,1 Milliarden US-Dollar, die der Marktkonsens erwartet hatte. Rocket Companies hebt sich als einziger Emittent mit Prognoseüberschreitung von 4 % hervor.
Sowohl PennyMac als auch loanDepot liegen deutlich hinter den Prognosen von BTIG zurück, mit Abweichungen von 25 % bzw. 17 %. Bei loanDepot dürfte dies teilweise auf das umfangreiche HELOC-Portfolio zurückzuführen sein, das nicht in die Agency-MBS-Zahlen einfließt. Insbesondere im August sank PennyMacs institutionelle Emission gegenüber dem Vormonat um 19 % und lag 44 % unter dem Durchschnitt des zweiten Quartals, was auf eine deutliche Marktabkühlung in der Quartalsmitte hinweist.
Im Gegensatz dazu übertrafen Onity und Rocket die Erwartungen mit Zuwächsen von 5 % bzw. 1 %. Insgesamt stieg die Emission von Agency-MBS im August um 5 % auf 116,2 Milliarden US-Dollar, getragen von einem 8%igen Anstieg des Kaufkreditvolumens. Gleichzeitig fiel das gewichtete Emissionsvolumen über alle Kreditgeber um 2 %, was die heterogene Entwicklung im Kreditgebermarkt widerspiegelt.
Zunahme bei Non-Agency-Verbriefungen
Die Non-Agency-MBS-Emissionen legten im August um 14 % im Vergleich zum Vormonat zu, was vor allem auf Verbriefungen von geschlossenen Zweitrangdarlehen und Home-Equity-Linien zurückzuführen ist. Diese Zunahmen kompensieren Rückgänge in anderen Segmenten der Eigenkapitalfinanzierung. BTIG beziffert die Non-QM-Emission im August auf 8,4 Milliarden US-Dollar, was etwa 17 % unter dem Niveau des zweiten Quartals liegt.
Bank of America Securities meldet kumulierte Non-QM-Emissionen von 82 Milliarden US-Dollar bis August 2026, ein Anstieg gegenüber 68 Milliarden Ende Juli, wobei unterschiedliche Datenmethoden die Unterschiede erklären.
Das Volumen bei Home-Equity-Emissionen erreichte im dritten Quartal 3,3 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 19 % gegenüber dem Vorquartal und ein Anstieg von 10 % im Jahresvergleich. Die Ratingagentur Kroll berichtet, dass die Home-Equity-Emissionen in der ersten Jahreshälfte 2026 23 Milliarden US-Dollar überstiegen. Bank of America Securities verzeichnet ein Gesamtvolumen von 30 Milliarden US-Dollar bis zum 28. August, inklusive 4 Milliarden im August allein.
Stabile Unterstützung durch die Government-Sponsored Enterprises (GSEs)
Laut Analysen von Keefe, Bruyette & Woods halten Fannie Mae und Freddie Mac Agency-MBS-Portfolios von etwa 173 Milliarden bzw. 140 Milliarden US-Dollar, jeweils nahe der gesetzlich festgelegten Obergrenze von 225 Milliarden US-Dollar. Trotz dieser Limite verfügen beide Unternehmen weiterhin über Kapazitäten zur Ausweitung ihrer Portfolios.
Der Analyst Bose George weist darauf hin, dass die GSEs ihre Ankäufe von Agency-MBS fortsetzen dürften, um die Spread-Stabilisierung zu unterstützen, wobei das Kaufverhalten sensitiv auf die Entwicklung der Spreads reagiert.
Derzeit liegt die Differenz zwischen Agency-MBS und 10-jährigen US-Staatsanleihen bei 101 Basispunkten, leicht über den 95 Basispunkten Ende des zweiten Quartals. Der Spread zwischen 10-jährigen Staatsanleihen und 30-jährigen Hypotheken beträgt 198 Basispunkte und liegt damit minimal über dem langfristigen Durchschnitt von 193 Basispunkten, was kurzfristig nur begrenzten Spielraum für eine weitere Verengung der Spreads lässt.
Insgesamt zeigen die institutionellen Hypothekenmärkte im dritten Quartal unterschiedliche Segmente: Während das Volumen bei Home-Equity- und Non-QM-Verbriefungen deutlich wächst, bleiben Herausforderungen durch höhere Zinsen weiterhin bestehen. Entscheidend bleibt das Zusammenspiel von Agency-MBS-Emissionen, Liquidität am Sekundärmarkt und der Einkaufsstrategie der GSEs für die weitere Marktentwicklung.