KI-Infrastrukturaktien profitieren von bedeutenden Partnerschaften
Die Aktien im Bereich KI-Infrastruktur verzeichneten am Dienstag eine spürbare Erholung, ausgelöst durch positiven Investorenreaktionen auf steigende Investitionen in Rechenzentren. Im Zentrum der Käuferinteressen standen Ankündigungen von Qualcomm und Corning, die wichtige Impulse für Unternehmen wie Intel, AMD, Hewlett Packard Enterprise (HPE) und den Photonik-Spezialisten Coherent setzten.
Intel-Aktien legten um rund 9 % zu, AMD-Papiere stiegen um etwa 6 %, HPE gewann 8 % und Coherent kletterte um 7 %. Die Corning-Aktie verbesserte sich um 8 % und erreichte damit eine Jahresperformance von 90 %, womit das Papier zu den besten Werten in diesem Sektor zählt.
Corning stärkt Position mit milliardenschwerem Glasfaserabkommen bei Verizon
Der Glasfaserspezialist Corning gab eine strategische Partnerschaft mit Verizon bekannt, die einen mehrstelligen Milliarden-Dollar-Wert hat und den Ausbau von Glasfasernetzen zur Unterstützung von KI-Anwendungen vorantreibt. Dieser Deal festigt Cornings Schlüsselrolle in der Lieferkette für KI-Rechenzentren.
Bereits im Juni wurde eine vergleichbare, umfangreiche Vereinbarung mit Amazon geschlossen. Parallel dazu investiert Nvidia bis zu 3,2 Milliarden US-Dollar in drei neue Glasfaserproduktionsstätten in North Carolina und Texas – ein Schritt, der auch die Kapazitätserweiterung von Corning stützt.
Qualcomm präsentiert 4-Milliarden-Dollar-Warrant-Deal mit Amazon
Qualcomm legte Unterlagen vor, in denen ein Warrant-Vertrag mit Amazon mit einem Volumen von bis zu 4 Milliarden US-Dollar offengelegt wird. Die Vereinbarung ist Teil einer umfassenderen Kooperation im KI-Infrastrukturbereich. Amazon Web Services (AWS) plant, bis zu 60 Milliarden US-Dollar in Serverchips und verwandte Technologien bei Qualcomm abzunehmen.
CFO Akash Palkhiwala bestätigte auf der Goldman Sachs Communacopia+ Tech-Konferenz in San Francisco, dass Umsätze aus den Amazon-Käufen ab dem vierten Quartal 2024 spürbar werden und eine wesentliche Rolle im Ziel spielen, bis zum Fiskaljahr 2029 einen Data-Center-Umsatz von 15 Milliarden US-Dollar zu erreichen. Zudem laufen vielversprechende Verhandlungen mit einem weiteren, nicht genannten Kunden aus dem Rechenzentrumssektor.
AMD sieht KI-Markt weit größer als bisher prognostiziert
AMD-CFO Jean Hu betonte ebenfalls auf der Konferenz, dass der adressierbare Markt für KI-Technologien bis 2030 auf bis zu 3 Billionen US-Dollar wachsen könnte. Dies übertrifft frühere Schätzungen, die den Halbleitermarkt 2028 bei 2 Billionen US-Dollar ansahen. AMD-CEO Lisa Su hatte diese Einschätzung bereits im Juli während der Vorstellung der Quartalszahlen bestätigt.
Ausbau der Rechenzentren stößt auf Widerstand in der Bevölkerung
Trotz der positiven Investitionsaussichten besteht in der Öffentlichkeit Widerstand gegen Ausweitung großer Rechenzentrumsprojekte. Eine Gallup-Umfrage vom Mai 2026 ergab, dass 71 % der US-Amerikaner den Bau solcher Einrichtungen in ihrer Nähe ablehnen. Auch Unternehmen wie der KI-Entwickler Anthropic betrachten diese Bedenken in ihren Finanzberichten als potenzielle Risiken.
Die jüngsten Vereinbarungen von Qualcomm und Corning spiegeln das anhaltende Vertrauen in die Wachstumsdynamik der KI-Infrastruktur wider und zeigen, dass der Markt weiterhin von Konsolidierungen und starkem Kapitalzufluss geprägt ist.