Bundesrichter bestätigt Fortschreiten der Diskriminierungs- und Vergeltungsklagen
Srini Nallasivan, ehemaliger Chief AI and Data Analytics Officer bei der Bank of America, hat einen entscheidenden juristischen Erfolg erzielt: Der US-Bezirksrichter David Keesler aus North Carolina entschied am vergangenen Donnerstag, dass Nallasivans Vorwürfe von Diskriminierung am Arbeitsplatz, Belästigung und Vergeltung zeitgerecht und verhandlungsfähig sind. Gleichwohl wies der Richter separate Ansprüche wegen Verleumdung und Blacklisting zurück, da diese entweder verfristet oder rechtlich nicht begründet seien.
Ex-Manager beklagt Arbeitsplatzverlust und Rufschädigung
Nallasivan war 2018 zur Bank of America gewechselt, nachdem er zuvor leitende Technologiepositionen unter anderem bei AIG innehatte. Unter seiner Führung wurden die KI- und Big-Data-Initiativen der Bank vorangetrieben. Laut seinen Angaben erhielt er bis 2022 stets ausgezeichnete Leistungsbeurteilungen, bevor sich seine Arbeitssituation durch einen Führungswechsel im September 2023 deutlich verschlechterte. Am 14. September warf die Bank ihm angeblich eine schlechte Arbeitseinstellung, Informationszurückhaltung und Richtlinienverstöße vor – Vorwürfe, die Nallasivan bestritten und mehrfach um Klärung bat, jedoch ohne Antwort blieb.
Im Januar 2024 informierte die Bank ihn, dass seine Position gestrichen werde, bot ihm jedoch im Gegenzug eine Abfindung von mehr als 100.000 US-Dollar an, abhängig von seiner kooperativen Übergabe. Innerhalb eines Monats wurde er jedoch vorzeitig entlassen und das Abfindungsangebot zurückgezogen, was Nallasivans Rechtsvertreter als "Lockvogel-Taktik" kritisierten.
Verleumdungs- und Blacklisting-Klagen abgewiesen
Nallasivan behauptete zudem, ein Finanzunternehmen habe ihm eine Stelle wegen negativem Feedback von Bank-Mitarbeitern entzogen, was die Grundlage seiner Verleumdungs- und Blacklisting-Klagen bildete. Richter Keesler stellte jedoch fest, dass diese Ansprüche aufgrund der Verjährung ausgeschlossen seien und keine Grundlage für Blacklisting im Sinne des nordkarolinischen Rechts bestünden.
Reaktionen der Bank und juristische Bedeutung
Ein Sprecher der Bank of America, Jeff Shelman, hatte im August 2025 erklärt, der Wegfall der Stelle sei Ergebnis einer umfassenden Prüfung gewesen. Er wies alle Diskriminierungs- und Vergeltungsvorwürfe zurück und betonte die konsequente Verteidigung der Bank. Zu der aktuellen Gerichtsentscheidung gab es bislang keine Stellungnahme.
Nallasivan fordert Entschädigungen in sechsstelliger Höhe für wirtschaftliche Verluste und seelische Belastungen durch den Arbeitsplatzverlust und die Beeinträchtigung seines Ansehens.
Dieser Rechtsstreit zeigt die rechtlichen und reputativen Risiken, denen Finanzinstitute bei Restrukturierungen und Talentmanagement ausgesetzt sind. Zugleich verdeutlicht er die Herausforderungen von Führungskräften bei Karrierewechseln und der Diversity-Steuerung in der Branche.