Stille Naturschätze für Andersreisende im Herbst
Der Herbst zieht in den USA zunehmend Besucher an, die das bunte Laub bewundern möchten. Laut der Appalachian State University generiert der Laubtourismus in 24 Bundesstaaten im Osten jährlich Einnahmen von über 30 Milliarden US-Dollar. Für Naturliebhaber, die ruhige Orte jenseits der üblichen Touristenziele suchen, nennt Reiseexpertin Alexandra Blodgett – sie bereiste jeden US-Bundesstaat – fünf Nationalparks mit besonders eindrucksvoller Herbstfärbung und geringer Besucherzahl.
North Cascades, Washington – Wandern in herbstlicher Bergwelt
Ungefähr drei Stunden von Seattle entfernt erstreckt sich der North Cascades Nationalpark über mehr als 505.000 Acres. Hier prägen goldgelbe Lärchenwälder und klare Gletscherseen die Landschaft. Blodgett hebt besonders den Maple Loop Trail und die Region um den Blue Lake hervor. Vom Diabolo Lake aus eröffnen sich beeindruckende Ausblicke auf die schroffen Gipfel, oft als „Amerikanische Alpen“ bezeichnet. Die Farbwechsel bei Bäumen wie Gelber Tulpenbaum, Vogelbeere, Lärche, Espen und Ahorn setzen von Ende September bis Mitte Oktober ein.
Crater Lake, Oregon – Tiefe Blau- und Herbsttöne erleben
Der Crater Lake Nationalpark ist bekannt für seinen tiefblauen, glasklaren See, eingerahmt von den Cascade Mountains. Ideal für mehrere Tage, empfiehlt Blodgett eine Fahrt auf der Rim Drive sowie Ausflüge zu umliegenden Dörfern und bewaldeten Gipfeln. Das Farbspektrum umfasst neben Nadelbäumen auch Zitterpappeln, Schwarze und Weiße Baumwolle, Weiden, Hartriegel und Kornelkirsche. Teile des Cleetwood Cove Trails und der östliche Kraterrand sind 2023 wegen Instandhaltung geschlossen. Der Winter verwandelt das Gebiet wiederum in ein völlig anderes Landschaftserlebnis.
Capitol Reef, Utah – Roter Fels und goldenes Laub im Wechselspiel
Als einer der fünf Nationalparks Utahs bietet Capitol Reef kontrastreiche Szenen aus rot leuchtenden Felsen und goldgelb gefärbtem Laub. Obwohl der Park gut besucht ist, betont Blodgett, dass viele Besucher nur oberflächlich bleiben und so Wanderungen zum Hickman Bridge oder Capitol Gorge an der Highway 12 verpassen. In der Nähe laden Obstplantagen zum Familienobstpflücken ein. Die intensivste Laubfärbung zeigt sich Anfang Oktober zwischen 2.400 und 3.000 Metern Höhe und wandert bis Ende Oktober oder Anfang November auf niedrigere Lagen ab. Vorherrschende Baumarten sind Zitterpappel, Baumwolle und Eiche.
Theodore Roosevelt, North Dakota – Herbstliche Weite mit Wildnischarakter
Der abgelegene Theodore Roosevelt Nationalpark beeindruckt mit zerklüfteten Badlands und großen Prärieflächen, in denen Wildpferde, Bisons, Elche und Hirsche leben. Die Herbstszenerie wird von Espen dominiert, die beste Zeit zur Beobachtung liegt zwischen Mitte und Ende September. Für Besucher bietet sich beispielsweise die 45 Kilometer lange Rundfahrt im North Unit oder Wanderungen zu Aussichtspunkten wie dem Boicourt Overlook im South Unit an.
Badlands, South Dakota – Farbenfrohe Prärie und markante Felsformationen
Bekannt für seine markanten, rötlichen Felsstrukturen und weitläufige Prärien, verwandelt sich der Badlands Nationalpark im Oktober mit goldgelben Graslandschaften. Blodgett beschreibt ihn als ein „schönes, eher zurückhaltendes“ Ziel für den Herbst, ideal für einen Aufenthalt von zwei Tagen, um sowohl die Tierwelt als auch den klaren Nachthimmel zu genießen. Im Park wachsen über 400 Pflanzenarten, überwiegend kniehohe Präriegräser.
Diese fünf Nationalparks bieten Reisenden, die Ruhe abseits überfüllter Routen suchen, eine vielfältige Palette an herbstlicher Naturkulisse mit charakteristischen Landschaften und naturnaher Stimmung.